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Corona-Krise: Struktur im Familienalltag
Struktur im Familienalltag © @ Robert Kneschke - AdobeStock.com
Das Coronavirus entwickelt sich immer mehr zu einer Last für jede Familie, für alle Eltern und für Kinder. Denn es bedeutet, dass viele Einschränkungen hinzunehmen sind. Und das nicht nur für ein paar Stunden, sondern für einige Wochen. Um den Alltag in der Familie einigermassen konstant halten zu können, um Reibereien zu vermeiden und um dafür zu sorgen, dass alle gut aus der Situation heraus gehen, lohnt es, ordentliche Strukturen in den Alltag für Eltern und Kinder zu bringen.
Weshalb sind Strukturen und Rituale für Kinder so wichtig?
Jedes Kind sucht Halt. Und zwar innerhalb der Familie. Besonders bei Ausnahmesituationen, wie es das Coronavirus aktuell darstellt, sind dieser Halt und diese Struktur wichtig. Dazu gehören Rituale, die sich täglich wiederholen und die dem Kind beziehungsweise den Kindern zeigen, dass die Eltern da sind, dass alle zusammenhalten und dass trotz der schwierigen Lage alles in geregelten Bahnen verläuft.
Zu diesen Strukturen und Ritualen gehört zum Beispiel, dass alle gemeinsam am Morgen aufstehen, sich für den Tag fertig machen, gemeinsam frühstücken und dann gemeinsam den Tag planen. Da aktuell wenig Freiraum ist und ein Grossteil der Planung rund um den Alltag innerhalb der eigenen vier Wände stattfinden muss, kann also nicht spontan rausgegangen werden, sondern es muss ein Alltag gefunden werden, der auch auf engstem Raum und mit allen Familienangehörigen funktioniert. Nur dann fühlen sich Kinder wohl und nur dann funktioniert auch die Familie.
Wie kann der Familienalltag in dieser Ausnahmesituation gestaltet werden?
Es hängt natürlich immer von der Familie selbst ab, wie Eltern und Kind im Alltag auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus gut miteinander harmonieren. Jeder hat seine eigenen Interessen, die berücksichtigt werden müssen. Alle müssen zusammenhalten, aber es muss auch jeder seinen eigenen Freiraum haben.
Hier lohnt es, Zeiten festzulegen, in denen gemeinsam etwas gemacht wird und Zeiten zu finden, in denen jeder seinen Freiraum hat. Zeiten, in denen sich jeder zurückziehen kann, sich ausruht, eigenständig spielt, etwas liest, lernt oder einfach auch nur die Ruhe geniesst. All dies sollte gemeinsam besprochen werden, damit sich jeder aufgehoben fühlt und jeder seine Bedürfnisse berücksichtigt sieht.
Bei älteren Kindern lohnt es sich, eine Art „Stundenplan“ aufzustellen. So wird vielleicht nach dem Frühstück zuerst eine Stunde (oder je nach Alter länger, inkl. Pausen!) „gearbeitet“, Hausaufgaben gemacht, dann wird gemalt/gebastelt oder eine Hausarbeit erledigt. Jeder erhält z.B. ein Ämtli, für das er seine eigene Verantwortung hat. Als Belohnung folgt ein gemeinsames Spiel oder eine Wissenssendung.
Gibt es vermehrt Herausforderungen bezüglich Freude und Motivation am Lernen, dann lohnt es sich, die Aufgaben entweder jeden Morgen für den aktuellen Tag oder am Anfang der Woche für die nächsten Tage zu planen. Achte auf einen guten Mix zwischen mündlichen und schriftlichen Aufgaben und plant entspannte Pausen ein.
Die schwierigen Zeiten gehen vorbei
Auch wenn du momentan noch nicht das Licht am Ende des Tunnels siehst, so kannst du davon ausgehen, dass der Coronavirus irgendwann der Vergangenheit angehört. Es wird noch einige Wochen oder Monate dauern, in denen wir mit Einschränkungen leben müssen. Doch wenn diese Zeit vorbei ist, gehen wir alle gestärkt in ein neues Zeitalter. Krisen sind nicht nur da, um sie zu bewältigen. Sie zeigen uns auch unsere Schwächen und machen uns stark. Und wenn du mit deiner Familie diese Stärken aufgreifst, dann werdet ihr ein wunderbares Team, das auch nach der Coronakrise perfekt miteinander harmonieren wird.
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